Neuendorfer Flesche

Unter Ausnutzung der beiden Flüsse als natürliches Hindernis und der Höhenlage rund um Koblenz entstanden nach dem Einzug der Preußen in die Rheinprovinz ab 1815 starke Bastionen zur Sicherung der Rheingrenze.
Festungsbrigadier General von Aster, der schon frühzeitig Pläne zur Neubefestigung vorgelegt hatte, leitete den Bau der neupreußischen Festung. Viele bekannte Baumuster, die von bedeutenden Festungsingenieuren wie Johann Georg Gustav von Rauch oder Moritz Karl Ernst von Prittwitz und Gaffron entwickelt wurden, erkennt der aufmerksame Beobachter wieder. Es entstanden Werke unterschiedlichster Art und Bauweise. Der Ehrenbreitstein wurde in das Festungssystem um Koblenz eingebunden und großzügig befestigt.
(Foto oben: “Panorama von Coblentz” A. Dieztler, 1840. Bildnachweis: Ausschnitt aus Vortrag von D. Schöning, November 2007)

Preußische Großfestung Koblenz

System Feste Kaiser Franz

Der Plan von 1825 zeigt das System Feste Franz rund um den Petersberg in Koblenz-Lützel mit der Moselflesche am Moselufer, die Bubenheimer Flesche und die Neuendorfer Flesche.
Es gehörten weiter dazu:
die Metternicher Schanze (heute: Falckenstein-Kaserne), die Rübenacher Schanze (heute Telekom-Gebäude an der B9) und die Rheinschanze im heutigen Ortsteil Neuendorf.
Heute sind noch mit Teilen vorhanden:
Das Fort Feste Kaiser Franz, Mauerreste der Moselflesche und der Bubenheimer Flesche, Reste der Kommunikation zwischen Fort Feste Kaiser Franz und der Bubenheimer Flesche, unterirdische Teile der Neuendorfer Flesche. Die Metternicher Schanze und die Rübenacher Schanze wurden in Gänze geschleift.
Seit 1997 bemüht sich ein Verein um die Reste der Feste Kaiser Franz (Feste Kaiser Franz e.V.) und seit 1990 versucht ein Förderkreis die verbliebenen Reste der Neuendorfer Flesche zu erhalten und zu dokumentieren (Förderkreis Neuendorfer Flesche e.V).
(Ausschnitt aus “Plan de coblentz” von 1825)
 

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Bild Festung Coblentz
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Festungssysteme der preußischen Großfestung

Festungsplan Coblentz

R. Wischemann beschreibt in seinem Buch Die Festung Koblenz 1978 erstmals die Systeme der preußischen Festung Koblenz:
- System Feste Ehrenbreitstein,
- System Feste Kaiser Franz,
- System Feste Alexander und
- System Pfaffendorfer Höhe.

Die Stadt Koblenz wurde mit einem starken Festungsring mit zwei großen Toren umschlossen. (System Stadt)

Zu den einzelnen Festungssystemen gehörten eine Vielzahl kleinerer oder größerer Festungswerke unterschiedlichster Bauweise.
Fleschen entstanden jedoch nur im System Feste Kaiser Franz.

(Foto / Plan links: D. Schöning, 2007)

Ausschnitt aus: “Tableau von Coblenz” um 1900

Ausschnitt “Tableau von Coblenz” um 1900

Zum Festungssystem Feste Kaiser Franz nördlich der Moselmündung gehörte u.a. auch die Festungsanlage Neuendorfer Flesche. Sie wurde 1825 nach fünfjähriger Bauzeit fertiggestellt und sofort mit Truppen belegt.
Mit ihrem dreieckigem Grundriss, der typischen Form einer Flesche (flèche = frz. Pfeil) bestand sie aus zwei fast geliochlangen Frontlinien (je 100 - 120 m lang) und einem halbrunden zweistöckigem kasemattiertem Hauptwerk (Reduit) mit angehängter Fllankenbatterie (Orillon = frz. Ohr). Ein etwa 17 m breiter trockener Hauptgraben umschloss das Wek nach vorne. Vor dem Reduit lag der Hauptwall mit dem Kasemattenkorps (Escarpe)
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Zum Vergleich...

Ein der Flesche vergleichbares noch fast voll intaktes und begehbares preußisches Festungswerk ist das Fort X im Kölner Festungsgürtel.
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Festung

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